Neue Wohn- und Einrichtungstrends
Urbanes Wohnen wandelt sich
Immer mehr Menschen zieht es in Städte, wo der Wohnraum naturgemäß begrenzt ist. Effizientere Grundrisse und flexible Einrichtungslösungen werden daher weiter an Bedeutung gewinnen. Anpassbare Wohnkonzepte sind gefragt – auch weil Menschen heute schneller auf einen Wandel und sich verändernde Bedarfe reagieren möchten. So werden Räume häufig nicht mehr statisch gedacht, sondern entlang tatsächlicher Nutzungsanforderungen. Statt der klassischen Wohnlandschaft rücken flexible Möbel in den Fokus, mit denen die Wohnfläche variabel organisiert werden kann. Auch modulare Möbelsysteme können als „Baukastensystem“ bei der optimalen Nutzung des verfügbaren Wohnraums helfen und lassen sich bei zunehmendem Raumangebot erweitern.
Bei Bedarf entsteht eine vollwertige Kochumgebung – Zukunftsstudie von Hettich und Miele. © Hettich
Multifunktional mit Mehrwert
Zur heutigen Flexibilisierung des Wohnens gehört auch, dass früher getrennte Wohnfunktionen wie Kochen, Essen, Entspannen oder Arbeiten oftmals nebeneinander stattfinden. Wohnbereiche verschmelzen und fordern passende Möbel- und Raumkonzepte. „Multifunktional“ lautet das Stichwort für die intelligente Verknüpfung verschiedener Nutzungsszenarien auf kompakter Fläche. Mit der Mehrfachnutzung eines Möbels oder Möbelsystems lassen sich unterschiedliche Situationen bespielen. Klassische Beispiele sind das Bett mit verstecktem Stauraum oder der Sessel mit Liegefunktion. Neuere Lösungen arbeiten mit klapp-, dreh- und ausziehbaren Elementen und machen damit den Wohnraum noch wandelbarer.
Ausschwenkmechanik ChefsTable für Unterschränke von Kesseböhmer. © Kesseböhmer
Besserer Komfort für alle
Multifunktional bedeutet heute auch, das Wohnen für möglichst alle Generationen zu erleichtern. Mit der Zunahme älterer Menschen wächst der Bedarf an Komfort und vereinfachter Handhabung. Für die Erleichterung im Haushalt gibt es nicht nur smarte Helfer wie den Saugroboter oder die multifunktionale Küchenmaschine, sondern auch speziell ausgestattete Möbel. Ergonomische Aspekte spielen dabei eine immer größere Rolle. So lassen sich zum Beispiel Möbelelemente in der Küche mit leichtem Handgriff verstellen und auf Arbeitshöhe bringen oder für eine bessere Erreichbarkeit ausschwenken. Durch intuitive Bedienung wird auch das Öffnen und Schließen von Türen und Schubladen oder die Verstellbarkeit von Sitzmöbeln für einen leichteren Gebrauch weiter optimiert.
Intelligenter Stauraum für smarte Geräte. © VHK
Smarter wohnen mit System
In vielen Haushalten haben smarte Technologien für Beleuchtung, Steuerung und Sicherheit Einzug gehalten. Mit der Zunahme autonomer und KI-basierter Lösungen wird der Bedarf an solchen Systemen weiter wachsen. Sensoren, Sprachassistenten oder Apps ersetzen dabei zunehmend die manuelle Bedienung. Das Möbeldesign kann solche Systeme mit eingebauter Sensorik, versteckter Stromversorgung und integrierten Ladepunkten für den Betrieb oder das Aufladen smarter Geräte unterstützen. Auch die Technik für das Homeoffice tritt mit intelligenter Möbelgestaltung optisch in den Hintergrund. In Küche und Garten wird außerdem Stauraum für smarte Alltagshelfer wie Saug- und Mähroboter benötigt.
Als nachwachsendes und atmungsaktives Material liegt Massivholz für Möbel im Trend. © IPM/Thielemeyer
Bewusster und gesünder einrichten
Gleichzeitig wird heute bewusster gewohnt. Aspekte wie Qualität, Gesundheit und Verantwortung spielen eine zunehmende Rolle und verändern die Einrichtungs- und Konsumgewohnheiten. Regionale Produktion, transparente Lieferketten und nachhaltige Verarbeitung prägen häufig Kaufentscheidungen. Natürliche Materialien für Möbel wie Massivholz liegen nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit im Trend, sondern auch weil sie das Raumklima verbessern. Unbehandelte oder nur geölte Oberflächen tragen ebenfalls zur Wohngesundheit bei. Auch kreislauffähige Werkstoffe gewinnen an Bedeutung: recycelte Verbundstoffe, biobasierte Kunststoffe oder nachwachsende Rohstoffe finden immer häufiger Einsatz in Möbeln und im Innenausbau.
Auf der interzum 2025 von Häfele präsentierte Projektstudie „Dynamic Living“. © Häfele
Form follows Emotion
Neben der praktischen Funktion von Möbeln werden emotionale Aspekte der Wohngestaltung wichtiger. Auf einen beschleunigten Alltag reagieren neue Einrichtungslösungen mit entspannter Sinnlichkeit. Weiche und fließende Formen verleihen Möbeln eine betont wohnliche Anmutung. Haptisch ansprechende Materialien wie Holz, Naturstein, Keramik oder Textilien prägen vielfach das Interior Design. Gedeckte Farben werden harmonisch verbunden und wirken so als Gegenpol zur visuellen Reizüberflutung. Abgerundet wird das emotional anregende Gesamtbild mit Einrichtungsobjekten, die Individualität und Persönlichkeit ausstrahlen.
Welche neuen Ideen und Lösungen die Zulieferbranche für aktuelle Wohntrends entwickelt, wird die interzum 2027 zeigen. Bereits jetzt ist ein breites Ausstellerfeld für die kommende Ausgabe bestätigt – darunter nahezu alle globalen Key Player, langjährige Aussteller sowie Unternehmen, die zur interzum zurückkehren. Vom 11. bis zum 14. Mai 2027 trifft sich dann die internationale Zulieferindustrie in Köln, um wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Möbelindustrie und die Zukunft des Wohnens zu geben.